Wie seid ihr ins Jahr 2026 gestartet? Vielleicht habt ihr Silvester mit Freunden und Familie gefeiert, mit gutem Essen und Feuerwerk. Oder ihr seid es gemütlicher angegangen – mit „Diner for One“ oder einem guten Buch und habt nur um Mitternacht mal kurz die Nase aus der Tür gesteckt. Aber vielleicht war euch auch gar nicht zum Feiern zumute und ihr habt die Bettdecke über den Kopf gezogen und gehofft, dass das ganze Spektakel bald vorbei ist.
Das mag verschiedene Gründe haben. Der eine ist kein Typ, der aus allem immer eine Feier macht, aber die ein oder der andere geht mit schweren Gedanken oder Trauer ins neue Jahr. Und ich glaube, dass es keinen Menschen gibt, der ganz unbeschwert und voller Zuversicht ins Jahr 2026 blickt. Dafür ist auch wieder im letzten Jahr zu viel in unserem Land und in der Welt geschehen. Und das wird uns auch weiterhin begleiten.
Manchmal wünschte ich mir, man könnte im neuen Jahr alles „auf Null setzen“ – die Reset-Taste drücken. So wie es in der neuen Jahreslosung heißt: „Siehe, ich mache alles neu!“ Aber dieser Wunsch wird nicht so in Erfüllung gehen wie wir uns das wahrscheinlich alle erhoffen. Und daher sind viele Menschen gefrustet über die Ungerechtigkeit der Welt. Eine Frau sagte jetzt zu mir, als ich meinte, dass ich es als Problem sähe, dass die meisten Menschen an nichts mehr glauben würden, dass es doch beim Blick in diese Welt klar wäre, warum das so sei. Woran sollte man denn noch glauben? Die Frage ist berechtigt. Und eine kurze und einfache Antwort hatte ich nicht parat. Das wäre auch anmaßend gewesen.
Es ist als Christ manchmal schwer zu vermitteln an wen wir glauben und was unser Ziel ist. Denn es hört sich für viele utopisch an. Daher hilft es meist nicht, wenn wir große Monologe halten. Ich glaube, dass Menschen eher merken, welche Hoffnung wir haben, wenn sie durch unser Leben sichtbar wird. Und das geschieht auch bei uns nicht ohne Brüche, ohne schwere Zeiten, ohne Trauer und Schmerz. Und trotzdem können wir im Umgang mit unseren Mitmenschen Zeuge sein für den einen, der das alles kennt und durchlitten hat. Der zwar nicht immer ins Weltgeschehen eingreift, so wie wir es uns wünschen, aber der in allem mitgeht. Und Zeuge zu sein ist nicht einfach, das können wir nicht aus uns selbst heraus. Wie gut ist es, dass Gott uns den Heiligen Geist gegeben hat. Jesus hat nicht umsonst gesagt, dass Gott einen Tröster schicken wird. Den können wir alle ganz gut gebrauchen.
Was nehmen wir denn nun mit ins neue Jahr, außer die alten Gefühle und neuen Wünsche? Vielleicht einen Funken Hoffnung, denn Gottes Zusage steht: „Siehe, ich mache alles neu!“ Dafür brauchen wir Durchhaltevermögen, denn es ist ein Blick in die Zukunft, die noch vor uns liegt.
Lasst uns Gott darum bitten, dass er uns durch die schweren Zeiten trägt. Dass er uns Weisheit bei Entscheidungen schenkt, die nicht nur uns allein, sondern auch unsere Mitmenschen betreffen. Dass er unser Herz bewahrt und mutig macht, damit wir für unseren Glauben einstehen.
Und vielleicht können wir im neuen Jahr auch „was Neu machen“. Hier mal ein paar Gedanken:
Es gibt so Vieles mehr und wenn wir über neue Vorsätze sprechen, dann kommen diese eher uns zugute. Es wäre doch mal schön, wenn wir damit auch unsere Mitmenschen in den Blick nehmen.
Ich wünsche euch ein gesegnetes Jahr 2026 und den Frieden Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft.
Bleibt behütet
Elke
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