Und wieder ist sie da, die Zeit des Wartens oder, wie es geläufiger ist, die Adventszeit. Aber worauf warten wir eigentlich, wenn wir es überhaupt tun?
Damals, vor über 2000 Jahren warteten die Menschen in Israel auf jemanden, der sie von den Römern befreit. Sie wünschten sich den Erlöser. Einen Mann, der sie aus der Unterdrückung loslöste. Einen Herrscher, der alle aus dem Land trieb, die nicht dorthin gehörten. Der dem Land Israel wieder zum alten Glanz verhelfen sollte.
In einem Lied aus dem Musical vom Adonia Kinderchor heißt es:
Wie soll ein König sein? Strahlend hell wie Edelstein? Berühmt und mächtig oder piekfein? Wie soll ein König sein?
Mit einer Krone auf dem Kopf und viel Bling Bling. Oh ja! Das Volk verneigt sich, wenn er kommt. Der König grüßt. Na klar? Er schreitet vornehm durch das Land. Die Menge schreit: Hurra! So soll ein König sein.
Gefürchtet wird er überall, ein harter Typ. Oh ja! Er spricht gebildet jedes Wort, ist richtig klug. Na klar! Er reitet mutig in den Kampf, hat keine Angst. Oha! So soll ein König sein.
So stellten sich damals sicher viele den Messias (den Gesalbten Gottes) und Erlöser vor. Und was bekamen sie? Ein kleines Kind. So sollte der neue König aussehen?
Als dann dieses Kind Jesus größer und älter wurde, spaltete seine Handeln und Reden die Gesellschaft. Die einen lachten über ihn, andere interessierten sich nicht dafür, manche fühlten sich von ihm bedroht.
Und dann gab es die, die ihm nachfolgten. Auch sie mussten erstmal eine herbe Enttäuschung einstecken, als sie erkannten, dass ihre Wünsche von IHREM Messias nicht so erfüllt wurden, wie sie es sich erhofft hatten. Und erst später konnten sie erkennen, was wirklich Gottes Wille und Ziel für die Welt ist und warum Jesus so anders war.
Und wie ist das heute?
Wenn man in die Welt blickt, dann ist da wieder der Wunsch, dass jemand in die Geschichte eingreift. Vielleicht so ähnlich wie in dem Lied. Jemand, der hart durchgreift, der Ziele vorgibt, der wortgewandt und gebildet ist. Der alles im Blick hat und die Wünsche der Menschen erfüllt.
Und einige Machthaber, die heute regieren, versuchen diesen Eindruck zu vermitteln. Bei manchen Menschen mit Erfolg, viele andere fühlen sich jedoch davon unterdrückt. Einzelne tun so, als ob sie der neue Messias – der neue Erlöser- wären. Und wenn man in der Offenbarung liest, und auch Jesus spricht davon, dann wird das schon angekündigt. Da heißt es aber, dass das falsche Propheten sind.
Also, worauf warten wir eigentlich noch?
Manche erwarten nichts mehr. Sie sind desillusioniert und frustriert.
Andere warten auf einen Machtwechsel in Politik und Gesellschaft und würden diesen auch aktiv mit Gewalt herbeiführen.
Als Christen erwarten wir das Wiederkommen Jesus, denn wir halten an der Zusage fest, die er damals schon seinen Jüngern und Jüngerinnen gegeben hat: „Ich werde wiederkommen und euch zu mir holen (Johannes 14,3).“
Und wie auch damals gibt es Menschen, die versuchen diese Hoffnung mit Gewalt zu unterdrücken, denn sie sehen darin ihre Macht bedroht. Denn in dieser Welt wird oft genug gepredigt, dass nur der was zu sagen hat, der stark ist und genügend Geld besitzt. Da passt ein König, der sich auf die Stufe der Schwachen und Armen stellt, der Demut, Barmherzigkeit und Liebe predigt, nicht hinein.
Und doch ist es Fakt, auch wenn viele es nicht glauben:
Wenn Jesus wiederkommt, wird sich jedes Knie vor ihm beugen müssen und jeder wird bekennen, dass er der Herr der Welt ist.
Darum wollen wir weiterhin (er)warten und wünschen, aber mit einem weiten Herzen, dass andere mit in den Blick nimmt.
Ich wünsche euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.
Elke
Noch ein kleiner Hinweis:
Wer die Hoffnungsgeschichte von Kindern hören möchte, darf gerne am 4. Advent um 10 Uhr in die ev. Kirche in Wilgersdorf kommen. Die Sonntagsschule gestaltet ein Weihnachtsmusical mit ein wenig Unterstützung von WiWa+.
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